Wodurch unterscheidet sich gebrauchtes von frischem Motoröl?

Die hauptsächlichen Unterschiede zwischen Frisch- und Gebrauchtöl sind folgende:

+ Die Viskosität steigt im Gebrauchtöl durch Ölalterung, Verdampfungsverluste und Verschmutzung (z.B. Ruß) an. Der Kraftstoffverbrauch steigt an und die Kaltstarteignung nimmt ab.

+ Gebrauchtöl enthält unverbrannten Kraftstoff. Dieser lässt durch Verdünnung des Öls die Viskosität leicht abnehmen. Der Kraftstoff im Öl kompensiert einen natürlichen Ölverbrauch. Ölnachfüllung unterbleibt. Das Öl verliert an Schmierfähigkeit.

+ Die TBN (Total Base Number) sinkt im Gebrauchtöl ab. Dadurch können im Extremfall saure Verbrennungsprodukte nicht mehr neutralisiert werden, es kommt zu erhöhtem Verschleiß.

+ Die TAN (Total Acid Number) nimmt durch den Abbau der alkalischen Reserve zu. Erhöhter Verschleiß durch korrosiven Angriff ist die Folge.

+ Der i-ph-Wert sinkt im Gebrauchtöl ab.

+ Gebrauchtöl enthält Abrieb, z.B. Fe, Cu, Al, Pb, Cr und Sn. Diese Elemente geben als Entwicklungsinstrument bei fachgerechter Bestimmung im Labor Auskunft über das Verschleißverhalten eines Motors.

+ Das Dispergiervermögen des Gebrauchtöls nimmt ab. Unlösliche Ölbestandteile können nicht mehr in Schwebe gehalten werden. Sie fallen aus, bilden Schlamm und können Ölleitungen verstopfen. Motorschäden können die Folge sein.

+ Bei mangelhafter Ölqualität verringert sich die ursprüngliche Viskositätsspanne durch Scherung des VI-Verbesserers. Aus einem SAE 5W-40 wird beispielsweise ein SAE 5W-20. Unter hoher Motorbelastung können Motorschäden die Folge sein.
Seite als PDF anzeigen
Seite weiterempfehlen
Zurück zur vorigen Seite