Kann ich mein PKW-Motoröl auch für mein 4-Takt-Motorrad verwenden?
Pkw-Motoröle sollen nur in Notfällen in 4-Takt-Motoren von Motorrädern verwendet werden.
Die Drehzahlen der 4-Takt-Motoren von Motorrädern sind sehr viel höher als die bei Pkw-Motoren. Die spezifische Leistung (kW/Liter) liegt deutlich höher und damit die mechanische Beanspruchung der zu schmierenden Motorteile.
Der Wärmehaushalt eines 4-Takt-Motorradmotors ist unausgeglichener. Die Temperaturschwankungen sind höher, dadurch wird das Öl thermisch höher beansprucht. Wegen der besonderen thermischen Belastungen liegen die Viskositäten von Motorradölen eher im oberen Bereich, Kraftstoffeinsparungseffekte durch Motoröle lassen sich im Motorrad kaum realisieren.
In einem Motorradmotor hat das Öl noch zusätzliche Aufgaben zu erfüllen. Es muß in den meisten Fällen das Getriebe mit schmieren, wodurch besonders hohe mechanische Beanspruchungen auf das Öl einwirken.
Da bei den meisten Motorrädern die Kupplungen ebenfalls im Motorölbad laufen muß das Öl für einen unter allen Bedingungen gleichmäßigen Reibwert sorgen, damit weiches Einkuppeln beim Anfahren ebenso gewährleistet ist, wie Verhinderung des Durchrutschens der Kupplung unter hoher Last.
Motoröle für 4-Takt-Motorradmotoren tragen diesen besonderen Anforderungen durch eine speziell angepasste chemische Additivierung Rechnung. Gleichzeitig sind sie wegen der hohen mechanischen Belastung besonders scherstabil, um ihren Mehrbereichscharakter während der Ölverweilzeit voll zu erhalten und den Motor und das Getriebe vor unnatürlichem Verschleiß zu schützen. Die Ölwechselintervalle für Motorradmotoren sind wegen dieser besonderen Beanspruchungsmerkmale deshalb deutlich kürzer als die bei Pkw-Motoren.
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